Banner

Schriftgröße

A
A
A

Kontrast

Mitgliederbereich

Sie sind Sicherheitsexperte, aber noch kein Mitglied?

Veranstaltungen

Dezember 2019
MDMDFSS
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031

Aerosolpackungen – Brandschutzkonzept MA 36-A

Nov. 11, 2019

Aerosolpackungen – Brandschutzkonzept

Mindestvoraussetzungen und Inhalte aus Sicht der MA 36-A
(Gilt für Lagermengen bis 5000kg)

In §7 Abs. 2 der Aerosolpackungslagerungsverordnung – APLV, BGBl. II Nr. 347/2018 wird für Verkaufs- und Vorratsräume mit einer Fläche von jeweils mehr als 500 m² ein geeignetes Brandschutzkonzept verlangt. Da in der VO keine näheren Bestimmungen enthalten sind, wird durch die MA 36-A Folgendes festgelegt:

Voraussetzungen

Auszug aus den Erläuterungen zur APLV

Aerosolpackungen werden bei der Herstellung einzeln auf Dichtheit geprüft. Es wird daher bei den in der geplanten Verordnung geregelten Lagerungen in Hinblick auf eine maximale Lagermenge von 5000 kg Nettogewicht pro Brandabschnitt (diese Lagermenge stellt keine Großlagerung dar) und eine anzunehmende hohe Fluktuation (Verkaufsräume, Gewerbebetriebe) davon ausgegangen, dass keine Undichtheit auftritt oder nur sehr vereinzelt Undichtheiten auftreten und daher eigene Regelungen über den Explosionsschutz in dieser Verordnung nicht erforderlich sind.

Rechtliche Grundlagen

Die APLV wurde als Verordnung auf Grundlage der GewO in Verbindung mit den Bestimmungen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes – ASchG erlassen. Als Beurteilungsgrundlage hinsichtlich Sicherheit und Brandschutz ist auf die Schutzziele dieser Gesetze abzustimmen.

Die OIB-Richtlinien orientieren sich hinsichtlich der brandschutztechnischen Schutzziele an der Definition der Grundanforderungen an Bauwerke „Brandschutz" im Anhang I der Bauproduktenverordnung 305/2011. Danach muss ein Bauwerk derart entworfen und ausgeführt sein, dass bei einem Brand

  • die Tragfähigkeit des Bauwerkes während eines bestimmten Zeitraumes erhalten bleibt,
  • die Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch innerhalb des Bauwerkes begrenzt wird,
  • die Ausbreitung von Feuer auf benachbarte Bauwerke begrenzt wird,
  • Personen das Gebäude unverletzt verlassen oder durch andere Maßnahmen gerettet werdenkönnen,
  • die Sicherheit der Rettungsmannschaften berücksichtigt wird. (Anmerkung: Kein Schutzziel derGewO)


Vorgangsweise

Auf Grundlage dieser Voraussetzungen wird aus Sicht der MA 36 für die Erstellung von Brandschutzkonzepten im Sinne des §7 Abs. 2 APLV Folgendes festgelegt:

Allgemeines

Verkaufsräume

Die Bestimmungen der OIB-RL 2 und die Bestimmungen der APLV hinsichtlich des Brandschutzes sind einzuhalten.

Vorratsräume

Vorratsräumen sind als Räume mit erhöhter Brandgefahr im Sinne der OIB- RL 2 anzusehen und entsprechend auszuführen.

Mindestinhalte

  • Art und Ausmaß der geplanten Lagerungen sind in einem Lagerkonzept zu beschreiben (flächiges Ausmaß der Lagerung, Lagerhöhe, Lagerung in Regalen,…) und planlich darzustellen.
  • Beschreibung und gegebenenfalls Darstellung der brandschutztechnischen Ausführung des Verkaufs- bzw. Vorratsraumes.
  • Eventuell erforderliche Abweichungen von Bestimmungen der APLV und den OIB – RL sind zu begründen, zu dokumentieren und durch brandschutztechnisch gleichwertige Maßnahmen zu ersetzen (auf § 82 Abs. 3 GewO wird ausdrücklich hingewiesen).

An die Be- und Entlüftung von Verkaufs- und Vorratsräumen werden auf Grund der Lagerung von Aerosolpackungen keine zusätzlichen Anforderungen gestellt.
VerfasserInnen von Brandschutzkonzepten gemäß APLV:
Die Erstellung von Brandschutzkonzepten gemäß § 7 Abs. 2 APLV kann aus Sicht der MA 36 auch von Personen, die zur Erstellung von Einreichunterlagen für Betriebsanlagen-Genehmigungsverfahren berechtigt sind, vorgenommen werden.

Beurteilung

Die Vereinbarung zwischen MA 37-KSB und MA 36-A bezüglich Beurteilung von brandschutztechnischen Angelegenheiten in gewerblichen Betriebsanlagenverfahren wird dahingehend ergänzt, dass die Beurteilung von Brandschutzkonzepten gemäß APLV durch die ASV der MA 36 erfolgt. Bei Projekten, bei denen auf Grund des Umfanges der Genehmigung bzw. Änderungen ein Brandschutzkonzept erforderlich ist und dieses sich auch auf die Lagerungen von Aerosolpackungen bezieht, erfolgt eine gesamtheitliche Beurteilung durch die MA 37-KSB.